All diese Spiele, doch ein Ende in Sicht. Aufgeblasenes europäisches Fußballturnier, bei dem mir die Luft ausgeht zwischendrin. Ich kann die Spannungskurve nicht halten, fast ist mir wurst, wer gleich gewinnt. Nein, ist es mir nicht, aber ich habe eigentlich anderes zu tun als jenen Spielen beizuwohnen, ohne daß ich wirklich dort bin. Ich bin aber auch nicht hier. Das macht dieser Ausnahmezustand, in den ich alle zwei Jahre gerate, seit ich zehn bin. Früher hätte ich das wie üblich „ein Fieber“ genannt, heute weiß ich kein Wort dafür. Ich habe keine erhöhte Temperatur, ich verschwinde nur aus meiner bekannten Welt und lande zwischenzeitlich sonstwo. Als hätte ich nicht nur etwas zu suchen, sondern sogar zu finden. Was nur? In Deutschland sind fast alle für die deutsche Mannschaft, in der Slowakei stehen sie hinter ihrem Team. Wettstreit der Nationen am Ball. Das ist rührend altertümlich, fast alle sehen es gern. Die anderen vertreiben sich derweil die Zeit in den ausgeräumten Parks und abseits des Rummels in einem Café auf der anderen Seite des Mondes. Bald gehören wir wieder zusammen.
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