Das Verhältnis zu sich selbst

Ein ganzer Satz interessanter Wörter umkreist die kognitiven Selbstbeziehungen des Menschen. Selbstvertrauen, Selbstbewußtsein, Selbstgewißheit, Selbsterkenntnis, Selbstbestätigung, Selbstsicherheit, Selbstverständnis, Selbstverwirklichung und viele mehr. Aus der Menge der Selbst-Wörter läßt sich ablesen, wie sehr nachgedacht wurde. Hinzu kommen negative Begriffe wie Selbstgefälligkeit, Selbstüberschätzung, Selbstanpreisung, Selbstsucht, Selbstverliebtheit. „Man kann doch zu sich stehen wie man will“, sang Heinz Rudolf Kunze vor einer halben Ewigkeit und ergänzte noch: „Die meisten stehen lebenslänglich still“. Beobachtung oder Unterstellung? Man kann mit sich sehr weit kommen, aber auch stagnieren. Auf der Stelle treten, sich selbst fremd bleiben oder es werden. Was ist denn überhaupt interessant an einer Konstruktion wie der des Selbst? Doch wohl die Möglichkeit, sich zu erleben, zu verstehen, zu verändern – neu zu erleben, anders zu verstehen. Damit man es gut hat mit sich selbst und in sich selbst, wovon auch die anderen „profitieren“. Doch die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich. Die Menge derer, die ihr eigenes Verhalten und Wirken bedenken wollen und können, ist möglicherweise klein. Manche haben es schwer mit sich und benötigen lange, bis sie sich klären und zu Ergebnissen kommen. Andere sind „einfach so“ und damit „goldrichtig“. Aber es ist nicht jedem gegeben, schlicht zu sein. (Anmerkung zur Eintragung unten: Selbstvertrauen finde ich erstrebenswert. Die Verzagten leiden so sehr unter seinem Fehlen.)


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