Steuererklärung: mein Leben in Zahlen. Fahrten, Gespräche, Recherchen und Preise. Lohn für Arbeit, Zeit ist Geld. Ich möchte hier „Malen nach Zahlen“ schreiben, aber das funktioniert nicht. Ich male nicht nach Zahlen, ich denke nicht nach Zahlen – und das scheint mein Problem zu sein. „Augen zu und durch“ ist auch eine schöne Floskel, Direktive für Angreifer im Feuergefecht oder für Feuerwehrleute im Brandeinsatz. Ich möchte einen Gedankenmehraufwand gelten machen, finde jedoch die Rubrik nicht. Vorm Fenster ergraut der Sommer, oder liegt das nur am Licht. Ich bleibe drinnen und rechne weiter, was es kostet, in unserer Organisationseinheit ein Mensch zu sein. Man kann es lernen, dieses Rechnen auf Gewinn und Verlust. Anfangs macht es Angst, nun erregt es nur noch Widerwillen. Als hätten diese Zahlen etwas an sich. Doch ich weiß nicht, was es ist. Vermutlich versteckt sich hinter ihrer Objektivität die totale Gleichgültigkeit. Es ist ihnen egal, ob ich das bin. Sie wissen nichts, stehen in ihren Kästchen aneinandergereiht zu Werten, die an anderer Stelle etwas bedeuten und auslösen. Nicht unverständlich, aber immerhin seltsam.
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