Einmal vor Jahren kam ich aus einem Meeting und trat auf die Straße, sah nach links und nach rechts, hatte nichts zu tun, hatte viel zu tun, konnte mich nicht entscheiden, ging nach links, denn dort war der Fluß. Seine Wasser strömten, ich stand am Ufer und brauchte eine Zeit, ehe ich begriff, daß ich einer Wirklichkeit anderer Art entkommen war. Das dort oben in dem Bürogebäude war kein Treffen. Niemand von uns dort Anwesenden wollte einen der anderen treffen, ums Verrecken nicht. Es tat auch niemand so, zum Glück. Was uns zusammenführte, war Geschäft: Projekte, Pläne, Mittel, Aufgaben, Strategien, Personal, Zeitaufwand. Deshalb war es ein Meeting. Die Beteiligten absolvierten den Termin unaufgeregt und schlicht. Niemand machte Anstalten, mit einem Begeisterungsausbruch oder falscher Freundlichkeit die anderen am Tisch zu manipulieren. Ein Job war gemeinsam zu erledigen, das war alles. Unten floß der Fluß, oben standen die Tische mit den Stühlen und den Computern. Verschiedene Wirklichkeiten, ich bekam sie an jenem Tag nicht gut zusammen. Vielleicht verstehe ich das jetzt etwas besser. Jobs sind Jobs. Unnötig, zuviel Wind um sie zu machen. Der Wind ist der Wind.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.