Fehlen eines großen Gegners

Deshalb auch mag ich Nikos Kazantzakis – weil er mit seinem Gott hadert und ihm keinen Fußbreit kampflos überläßt. Die anderen Leute, die schulterzuckend an den großen Fragen vorübergehen und eine nutzlose Bemerkung über das Nutzlose solcher Fragen fallenlassen – die bestaune ich vielleicht ob ihrer Unversehrtheit oder ihrer Schicklichkeit, nicht weiter in den Bau der Dinge vorzudringen, als von den Ratgebern empfohlen, doch ich bewundere sie nicht. Sie bringen mich nicht voran – sich selbst nicht. Was Gott (oder das, was unter diesem Namen zu verstehen sein kann) einem einzelnen Menschen zumutet, ist allerhand. Ich lebe eben noch am Rande der gemäßigten Zone und sehe sehr genau hin, wie es jenseits der Grenze aussieht. Für mich sind die Mitteilungen, die ich empfange, nicht die Sache Gottes, sondern die der Menschen. Aber das macht es noch viel schlimmer: wenn die Verstoßungen ganz und gar ihr Werk sind … Mit Gott kann man hadern, aber nicht mit den Menschen.


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