Die Feinde machen das Leben tot

So muß ich mich denn ans Werk der Selbstbefreiung machen. Meinen Schädel komplett abrasieren und darauf schreiben: SIEHST DU: NICHTS. Der Junge neigt zu Autoaggression, sagten sie. Ach ja, ist das so? Vielleicht tut er das, um nicht anderen den Schädel zu zerspalten mit seinem Kinderbeil oder ihnen zu sagen, was sie bei Gott nicht hören wollen. Es ist abgrundtief traurig auf dieser kalten Erde und dermaßen trübselig, daß einer doch, wenigstens einer mal ein Feuer anzünden sollte und einladen sollte zum Tanz und zusehen sollte, daß die Gäste aus sich herausfinden, aus der Tiefe ihres Verborgenseins, ihrer zahllosen Verstecke, die sie angelegt haben aus Furcht vor den Feinden. Ich entstamme ganz anderen Gegenden, ich habe um andere Feuer getanzt, die Vergnügungen hier sind schal. Als ich geboren wurde, ahnte ich, welch schlechten Tausch ich gemacht habe. Hier hängt alles an irgendetwas anderem fest. Das sorgt für Stabilität, aber wirklich frei mag niemand sein. Die es wagen, sterben früh. Also singe ich mir meine eigenen Lieder und tanze für mich, bis ich nicht mehr kann. Wenn ich aus mir herausfinde, ist es gut. Wenn nicht, ist es nicht gut.


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