Die feinen Vorbereitungskurse für das Grobe und Gräßliche

Hannibal, die Serie, dritte Staffel, eine tiefrote Angelegenheit. Blut und Wein, Kannibalismus als Feinschmecker-Dekadenz. Womit unterhalten wir uns, wenn hier einmal wirklich viel Blut fließt und Gliedmaßen abgetrennt werden und Teile von Menschen zerstreut liegen auf den Trümmern und Schuttbergen unserer einstigen Existenz? Unterhält uns dann immer noch der inszenierte und ästhetisierte Schrecken? Sicher nicht, er dient ja nur zum Ersatz, um die Sinne zu erregen und wachsam zu halten, die sich so ganz und gar dem Schrecken und der Angst zu verschreiben wissen. Die Qual als höchste Lust – das ist ebenso obszön wie bekannt. Die Schnecken- und Menschengärten des Dr. Hannibal Lecter als neuere Schulen genießbarer Grausamkeit. Woanders macht man bereits kurzen Prozeß, während wir uns hier den Gaumen kitzeln lassen mit fragwürdigem Kitsch. Als seien wir erhaben und auserwählt zu reiner Betrachtung.


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