Die Gemäldesammlung mit der Serie stillstehender Augenblicke fixiert ihre Teilnehmer, birgt sie jedoch auch. Sie atmen. Nur bewegen dürfen sie sich nicht, können sie sich nicht. Das verbietet der Blick der Erinnerung. Ich habe versucht, mich selbst in Bewegung zu setzen in jenen Gemälden – vergeblich. Stets setze ich diesen einen Schritt, keinen zweiten, stets hebe ich diese Hand oder greife mit ihr, sagen wir: eine Forke, und halte inne wie erstarrt. Mehr gelingt nicht, mehr ist nicht möglich. Dabei weiß ich noch gut, wie es sich angefühlt hat, dieses oder jenes zu tun, was auf den Bildern dargestellt ist. Das macht die Zeit, denke ich mir. Sie friert ein. So wird jedes Bild ein Denkmal. Man könnte Blumen ablegen, um sich dankbar zu zeigen.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.