Nachts zurück in die Heimat, ins Elternhaus, wo die Dielen knarren und die Balken knacken, wenn die Stille den Geräuschen Raum läßt. Ich zog aus, da war ich neunzehn. Nun bin ich nachts wieder dort: in unterschiedlichen Zimmern, zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Situationen. Menschen, die mir etwas bedeuten oder über die ich nachsinne, sind gleichfalls dort. Die Träume führen uns zusammen. Sicher liegt dort ein Teil meiner Kraft. Was eine Landschaft ist, lernte ich dort. Daß ein Haus zwar schützt und birgt, aber auch unheimlich ist. Der luftige Dachboden voll Stroh und Heu, wo durch die Ritzen und Löcher der Wind geht und die Luftgeister fliegen. Der feuchtkalte Keller mit den Kartoffelbergen, aus denen bleiche Triebe ragten. Nachts verbinde ich mich mit dieser Kraft und hole sie ein. Oder ist sie es, die mich holt? Wo sind wir denn des Nachts, wenn wir traumwandern? Ich laufe durch Felder und erkunde den Wald, Freunde sind bei mir, Seltsames geschieht. Ein Hund ist bei uns, ich kenne ihn nicht. Ich denke jetzt, wachen Sinns und in Berlin, an unsere beiden Hunde damals: den einen haben sie vergiftet, den anderen überfahren. Ich war Zeuge, beide Male, als sei es wichtig, als sei ich bestimmt, Zeuge nicht nur des Lebens, sondern früh auch des Sterbens zu sein. In meinen Träumen stirbt niemand. Wir leben dort nur, in einer fernen Nähe namens Heimat und Herkunft, nur des Nachts und geträumt.
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