„Nein, was sind die Männer doch für seltsame Wesen! Wie wäre es sonst zu begreifen, daß sie die Schönste sitzenlassen und mit irgendeiner mittelmäßigen Schönheit vorliebnehmen! […] Schickt nun ein solches Mädchen, in dem wahre Schönheit und ein inniges Gemüt sich vereinigen, einem ‚klugen Weltmann‘ ein entzückendes Gedicht, so bringt es dieser fertig, ihr eine nichtssagende Antwort zu geben, ohne auch nur eine leise Annäherung zu wagen. Selbst Menschen, die dem Mädchen nicht sehr nahestehen, sind empört über soviel Gleichgültigkeit, von den Anverwandten, die die Tränen der Gekränkten fließen sehen, zu schweigen! – Aber ein Mann hat für soviel Jammer nicht das geringste Verständnis!“
„Über die Liebe“, aus: Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon
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