Arche Hawking zum Mars

Der Prophet spricht: In hundert Jahren müssen die Menschen die Erde verlassen. Die sei dann unbewohnbar geworden. Klimawandel, Asteroideneinschläge, Epidemien und Bevölkerungswachstum könnten die menschliche Existenz gefährden. Im Herbst letzten Jahres hatte Stephen Hawking bereits eine ähnliche Meldung produziert, damals sprach er von tausend Jahren, die der Menschheit blieben. Bleibt er seiner Rechen- und Publicitylogik treu, wird er uns kurz vor Weihnachten mitteilen lassen, wir hätten nur noch zehn Jahre. Da geht es bald ans Kofferpacken. Doch wohin? Stephen Hawking setzt auf eine Besiedlung des Mars. Wer darf mit? Pflanzen wir dort Bäume, nehmen wir von jeder Tier- und Pflanzenart ein paar Exemplare mit? Wollen und können die Pflanzen und Tiere ebenfalls dort leben, lassen sie dieses Umtopfen still über sich ergehen? Die Antwort auf solche Fragen lautet meist: Auf uns warten gewaltige Anstrengungen. Aber wären die nicht irdisch zu erbringen, statt sie aus pubertärer Science-fiction-Begeisterung in Weltraumphantasien zu investieren, die ebenso naiv wie archaisch sind und lediglich den menschlichen Fluchtinstinkt bedienen – jenen Trieb der Horde, sich schleunigst aus der Gefahrenzone zu bringen?


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