Seltsam, aber wahr: nachts noch Gedanken zur SPD, nämlich die folgenden: Die SPD darf lernen, daß sie nichts zu gewinnen hat, wenn sie dem sogenannten bürgerlichen Lager, dargestellt durch die CDU, assistiert. In solchem Verhältnis bleibt sie Juniorpartner des Bestehenden. Zweitens darf sie lernen, daß es nichts Ehrenrühriges hat, die Christbürgerlichen scheitern zu lassen. Soll die CDU doch koalieren, mit wem sie möchte … Die Punkte führen dorthin, wohin es laufen würde, gäbe es nicht die bestehende SPD, die sich staatsverantwortlich zeigt und dabei verliert. Auch die SPD benötigt Posten und Ämter, denn sie besteht aus Menschen, Interessen und Hoffnungen. Das versteht ein jedes Kind, interessant macht sie das nicht. Interessant wäre eine SPD nur dann, wenn ihr auf langer Linie ein Kurs „einfiele“, der jenes beschreibt, worauf wir insgeheim warten: eine intelligente Verbindung jener Vorstellungen, von denen wir zu wissen meinen, daß sie längst Allgemeingut sind, und einer Haltung, die das Bestehende nicht nur deshalb noch zu schützen vermag, da es besteht. Der Kandidat Schulz möchte über die „soziale Gerechtigkeit“ punkten, aber er beherrscht das Thema nicht ausreichend genug. Ich wünsche mir, daß er in den christdemokratischen Garten steigt und dort für Aufruhr sorgt, indem er an die christliche Soziallehre erinnert. Daß die CDU ansonsten inhaltsleer ist, hat er immerhin erkannt. Damit ist die Schwachstelle identifiziert. Nun bedarf es der Interessierten im Medienkarussell, die das weitersagen. Derzeit versprechen sie sich nichts von ihm, das ist deutlich. Macrons Partner wird gesucht, sie scheint gefunden.
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