„Wie seltsam ist doch die Liebe, und wie gesellschaftsfähig ist sie geworden, die Liebe zu Gott, die Liebe zum Nächsten, die Liebe zur Familie. Wie säuberlich ist sie eingeteilt worden, in profan und heilig, in Pflicht und Verantwortung, Gehorsamkeit und die Bereitwilligkeit, zu sterben oder Tod zu verbreiten. Die Priester sprechen über sie und ebenso die Generäle, die Kriege planen; die Politiker und die Hausfrau lamentieren unaufhörlich darüber. Eifersucht und Neid nähren die Liebe, und die Beziehung ist darin eingekerkert. Man sieht sie auf der Leinwand und in Zeitschriften, und aus jedem Radio und Fernseher wird sie herausposaunt. Wenn der Tod die Liebe wegnimmt, rahmt man das Photo ein, oder das Bild wird in der Erinnerung wiederholt und wird im Glauben festgehalten. Eine Generation nach der anderen ist damit aufgewachsen, und der Kummer geht endlos weiter.“
Jiddu Krishnamurti, Das Notizbuch, 4. Oktober 1961
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