Autorisieren

Für ein poetisches Werk bürgt man mit seinem Leben, deshalb steht der Name dabei. Ansonsten wäre er unwichtig, eine Eitelkeit, etwas Lästiges. Wir Leser aber wollen wissen: Wer war sie, die solches wagte; wer war er, der solches schrieb? Denn wir sind Menschen einer Zeit, auch wir bangen und hoffen, kämpfen und drohen zu verzweifeln. Deshalb ist es wichtig, daß wir sehr genau wissen, von wem die Botschaft kommt – ob sie autorisiert ist, ob hinter den schönen Worten eine Wahrheit steht, ein belastbares Wissen – ob wir ihr trauen können. Nein, wir sind nicht gutgläubig. Ich jedenfalls bin es nicht. Man muß bezahlt haben, sonst ergibt das künstlerisch nichts.


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