Die beiden Platanen im Georgengarten sieht der Spaziergänger schon von weitem. Sie leuchten in ihrem Herbstkleid. Gemeinsam bilden sie das Ganze ihrer Erscheinung, ein mächtiges Oval aus Ästen, Zweigen und Blättern, das in alle Himmelrichtungen weist und in die Höhe strebt. Wer sie sieht, bleibt stehen, hebt den Kopf und staunt in diese Kuppel des Lebens empor. Die Stämme sind gelbgrau und stark, es braucht vier oder fünf Frauen und Männer, um einen von ihnen zu umspannen. Ihr Ast- und Laubwerk reicht ineinander; was unter der Erde geschieht, läßt sich nur ahnen. Berührung und Halt und Schutz. Seit es sie gibt, stehen sie dort nebeneinander. Menschen sind keine Bäume, sonst hätten sie Wurzeln. Aber der Anblick der beiden Platanen im Georgengarten brachte mich den Tränen nah. Lauf, dachte ich, lauf zu deiner Lesung.
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