Lesen und leben

Zurück zu den Büchern – wo war ich denn zuvor? Am Rande der Welt ein paar Themen umkreisend, wieder und wieder um sie herum, wie ein Spürhund, als lägen Schätze oder Verschüttete, die es zu bergen gilt. Ich vollführte das mit der Ausdauer der Verzweiflung, suchte und grub, grub und suchte. Dabei kam mir die Welt abhanden. Ich selbst habe schon gegen das Bücherwissen polemisiert, aber jetzt ist mir anders zumute. Leben und lesen sind mir eins – ich habe die Filme satt, die mir alles zeigen müssen. Lieber zeichne ich mir selbst ein Bild nach Worten. Dabei weiß ich ja, daß Literatur und Film nicht gegeneinander auszuspielen sind. Ich genieße nur die Zurückhaltung, mit der das Buch vor mir liegt, verschlossen. Ich kann es öffnen und beginnen, ich muß viel geben, sonst bekomme ich nichts.


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