Zurückweichen vor den Breiten und Stämmigen

Es gibt welche, die merken nichts. – Ich soll nicht übertreiben, deshalb bessere und verbessere ich mich und sage: die merken wenig. Die stehen im Türrahmen und bemerken nicht, daß ich in den Raum möchte. Die merken nicht, daß ich nicht mehr zuhören kann (ich kippe fast fast Stuhl), und reden unaufhörlich weiter: alles muß raus – als sei ich der Müllcontainer oder bereits die Deponie. Ich muß sehr wehrlos oder vertrottelt wirken oder gutmütig oder plemplem. Die furchteln mit ihren Armen oder winkeln ihre Arme an beim Telephonieren, daß ich geschickt ausweichen muß, um nicht einen Ellbogenhieb auf die Schläfe oder den Kehlkopf zu bekommen. Die machen mich zum Boxer, der solange ausweicht, bis es reicht. Noch habe ich nicht zugeschlagen. Die wringen mich aus wie einen Lappen, den man anschließend getrost ins Feuer werfen kann. Die stellen mir Fragen, obwohl sie sehen müßten, daß ich nicht mehr antworten kann. Die machen Scherze, die sich in nichts von einer Beleidigung unterscheiden. Höchste Zeit, zurück ins eigene Handeln zu finden. – Zeige deine Schwäche, aber zeige sie nur den Guten.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Zurückweichen vor den Breiten und Stämmigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert