Steve Earle zur Nacht, neues Album, mal hören, was das macht. Es war vor Jahren, da trat ich einen Sessel um, hier in meiner Wohnung, vor verzweifelter Begeisterung oder begeisterter Verzweiflung, ich trat einen Sessel um, denn ich hörte Waitin‘ on the Sky, das entsprach meiner Wut, es muß vor acht Jahren gewesen sein. Ich hatte gute Gäste, ich weiß nicht, ob sie erstaunt waren oder doch eher erschreckt. Der Song entlud mich und setzte frei. Endlich Bewegung, fühlte ich wohl, endlich schiebt machtvoll etwas den Blödsinn zur Seite, der sich aufgetürmt hat zu Höhen, die einen Umschlag von der Quantität in Qualität befürchten lassen. Sich befreien lassen durch einen einfachen Song: „Walking on the water cause I never learned / To swing searching for the Holy Grail / Searching for the Holy Grail, friends / Searching for the Holy Grail / Been across the oceans and now I’m back again“. Fußtritt, Sessel stürzt, mir ist wohl, denn es gibt Freunde, die mich nicht kennen. Steve Earle zur Nacht, neues Album, bin bei Titel 4, Desperados Waiting for a Train. Worauf sonst sollten sie warten? Man läuft dem Tod in die Arme, indem man ihm davonläuft.
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