Qualität

Nur bemerken, nicht bewerten. Was geschieht und sich ereignet. Ein Auto steht in einer Parklücke, der Motor läuft, Kennzeichen OS; gleich geht’s los, gute Fahrt und Grüße nach Niedersachsen. Der Caravan wird reisefertig gemacht, das ist viel Arbeit. Zwei Hunde mögen sich nicht, beides Rüden. Die Linden haben sämtliche ihrer Propellersamen abgeworfen, eine Demonstration passiert, keine Prozession; Polizei eskortiert, das Anliegen der Demonstranten bleibt schleierhaft. Fahrradfahrer benutzen den Gehweg. Mauersegler lassen sich hören. Jemand spricht Englisch, der Lippenstift glänzt feuerrot. Die Flipflaps machen flipflap, träges Schlendern nackter Beine und Füße. Die Fenster der anliegenden Häuser ergeben rhythmische Folgen. Musik fährt vorbei, in einem Bastkorb am Lenker, Deutschpop. Ein müder Hund erscheint, folgt Frauchen, registriert Freßbares in der abgestellten Einkaufstasche. Was sind die schönsten Beschäftigungen des Menschen? Hunde würden Fressen angeben, Menschen sagen essen. Es lebe der Unterschied, aus dem nährt sich unser mürbes und zerschossenes Selbstbewußtsein. Aber jetzt habe ich das Bemerken verlassen.


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