Was gilt und was nicht

Manche sind so harmlose Töner, die blasen Sätze raus wie: Ich werde nie vergessen, wie … oder: Du kannst dir nicht vorstellen, was … Doch, kann ich, vorstellen kann ich mir fast alles. Die Frage ist, ob ich mag. Aber auch die Töner haben eine Funktion, ich suche sie noch. Mein positives Vorurteil besteht darin, daß ich davon ausgehe, daß ein Jegliches seinen Platz und seine Aufgabe hat – auch jenes, bei dem es schwerfällt, solches zu konzedieren. Da wir das Ganze nicht kennen, sind uns nur gewisse Größen und Relationen bekannt, ausschnitthaft und unvollständig, übrigens zum Glück. Würden wir Gott entdecken und fortan wissen, wo er wohnt und wie man ihn erreichen kann, zögen Trupps los und nähmen ihn in Gewahrsam. Erst kidnappen, dann die Erpressungsversuche. Warum bist du denn so ein Arschloch, möchte ich den Töner fragen. Aber ich kenne die Antwort bereits. Irgendwas mit Kindheit, Erwachsenwerden, Erziehung. Die Männer, denen ich zuhöre, stehen im Konkurrenz zueinander, aber nennen sich Freunde.


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