Ich mag Sekten, stelle ich fest, da ich die Serie Die purpurnen Flüsse sehe (die Episoden 3 und 4). Es könnte mich grausen, aber das tut es nicht. Vermutlich ist es dem Menschen eigen, dort gewollte Gemeinschaften zu errichten, wo die natürlichen verschwunden sind. Entsprechend die Strenge der erlassen und zu befolgenden Regeln – ohne sie wären die Mitglieder der Gemeinschaft wie alle anderen, so wie „die da draußen“. Die Gegenüberstellung von Innen und Außen ist überbetont, da das heroische Wir den gemeinen Tendenzen der Zeit trotzt und seinen Heldenstatus daher bezieht, nicht zu sein wie die anderen. Ich erkenne den „Idealismus“ solchen Strebens und will ihn nicht verurteilen. Es ist nicht schlecht, einmal im Leben wenigstens geglaubt zu haben. An etwas, das einen selbst übersteigt. Gut funktionieren Themen wie Weltrettung oder Heilung der verwundeten Seele. Die ganze Wahrheit natürlich auch.
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