Die Kavallerie durchziehen lassen

Nacht nun. Das Getöse des Verkehrs und der Nachrichten ist verstummt. In den USA zählen sie die letzten Stimmen, sechs Staaten noch, und spielen anschließend gute oder schlechte Verlierer. Wir fiebern mit, mittelbar und verhalten. Den Präsidentendarsteller mit der roten Krawatte mag keiner mehr sehen, er soll gehen. Die Berichterstatter und Kommentatoren sprechen von einem gespaltenen Land, aber welches Land ist nicht gespalten – welcher Ort, welche Gruppe, Gemeinschaft, Gesellschaft, Persönlichkeit, nicht? Trennung und Spaltung können bis zur Zerreißprobe führen, doch dann beginnt die Gegenbewegung: der Ausgleich, das Aufeinanderzugehen, die wiedergewonnene Einheit aus dem Kompromiß. Wir sogenannten Taoisten wissen das, lassen sie machen und fuchteln zur Unterstützung ein bißchen mit. Die Kavallerie ist längst durch.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Die Kavallerie durchziehen lassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert