Nicht nur im Film

Wenn ich nächtliche Busfahrten sehe und einen letzten Fahrgast in der Länge des Busgehäuses mit den schulmäßig angeordneten Sitzen und dem ordentlichen Mittelgang, und vorn am Steuer mit der gewaltigen, manchmal zweigeteilten Windschutzscheibe vor sich sitzt der uniformierte Busfahrer, auch schon müde, und absolviert den Parcours, läßt den letzten Fahrgast an der Haltestelle aussteigen, schließt die Tür, man hört die Druckluftgeräusche, er setzt den Blinker und fährt weiter, seinem Heimathafen zu, dem Busdepot – dann überkommt mich ein Mitgefühl mit den tapferen Menschen, die mich gefahren und sicher nach Hause gebracht haben, oder an einer Haltestelle absetzten, von wo ich es nicht mehr weit hatte nach Haus oder dorthin, wohin ich wollte. All den Fahrern dieser Fahrten von sonstwo nach sonstwohin einen großen Dank. Es ist stets ein Aufatmen in jedem Reisenden, wenn die Türen geöffnet werden und man aussteigen darf. Rollende Räder und Fußschritte. Aber es gibt auch die Geborgenheit auf einem Sitz im Fahrzeugkörper, wenn der Pilot sicher und ruhig fährt und uns in seinen Schutz genommen hat. Er kann nicht für alles garantieren, aber sein Bestes geben. Ich widme diesen Text Nadja, vielleicht eine der besten Fahrerinnen und Fahrer, mit denen ich je unterwegs war.


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