Zuletzt noch, bevor ich mich schlafen lege, denke ich an die, die übersehen werden. „Es sind nicht immer die Lauten stark“, sang Konstantin Wecker, selbst einer der Lauten (wissend von seiner Schwäche). Es ist nicht so, daß ihre Anwesenheit nicht bemerkt würde, sie scheint nur nicht ins Gewicht zu fallen. Zuweilen tauchen sie unter der Bemerkensschwelle hindurch, haben eine Kunst entwickelt, sich fortzubewegen oder anwesend zu sein, ohne daß DIE ANDEREN es sonderlich zur Kenntnis nehmen müßten. Ich erkenne darin eine große Stärke und eine verborgene Kraft. Sie gefällt mir deshalb, weil sie sich unverfügbar hält. – Ich spreche nicht von Duckmäusertum oder den Kuschern und leisen Huschern. Die sind bedauernswert und gefährlich. – Stille Wasser sind tief, sagt man. Ja, sicher ist das richtig. Ich bin nicht so still. Ich muß reden. Ich bin kein Brunnen, ich bin eine Quelle. Das ist so und soll wohl so sein. Ich wäre auch gern so still wie die Stillen im Lande und schriebe vor mich hin jeden Tag, ohne daß jemand davon wüßte.
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