„Ich glaube nicht an Erlösung. Ich glaube, wenn man Böses tut, bleibt es Böses. Man kann sich davon nicht durch Beichten erlösen. Vielleicht tut man stattdessen fortan lieber Gutes. Erlösung ist eine merkwürdige Idee: Als sei das Leben eine Geistertafel, und wenn man nur all das Schreckliche, was man getan oder unterlassen hat, erst einmal zugibt, ist alles weggewischt. Als hätte nie etwas auf der Tafel gestanden.
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Ich habe irgendwann begonnen, Robert McNamara zu lieben. Ob ich glaube, dass er ein Kriegsverbrecher ist? Ja, das tue ich. Macht ihn irgendetwas davon, was er in The Fog of War offenbart hat, weniger zum Kriegsverbrecher? Das glaube ich nicht. McNamara wusste im Tiefsten seines Herzens, dass er ein Kriegsverbrecher war. Er sagt am Ende von The Fog of War einen Satz, der für mich der bedeutungsvollste des Films ist: „Rationality will not save us.“ („Rationalität wird uns nicht retten.“) Das ist eine verzweifelte Aussage. Besonders von einem Mann, der sein ganzes Leben auf Rationalität aufgebaut hatte. Gott weiß, wir leben heute in einer Zeit, in der es nur sehr wenig Rationalität gibt.“
Errol Morris im Zeit-Interview, Dezember 2020
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