Scheiß Januar – heiliger Januar. Ich komme mir vor wie ein Maulwurf, habe mich durchgegraben, bin zwischenzeitlich fast erstickt. Scheiß Corona-Virus, plättet alles platt, plattet alles zu. – Deshalb habe ich mich durchgegraben, damit ich wieder atmen kann. Seit März letzten Jahres (danke, Dora!) gemeinschaftliches Luftanhalten, wir schnappen herum nach Leben, Luft und Liebe, Hoffnung. Wir bunkern uns ein in absurde Privatheit, belauern uns gegenseitig als Bewohner desselben Gebiets, bewohnen eine Groteske. Neue Regeln, neues Recht. Pädagogik beruht auf Gegenseitigkeit. Eine Seuche holt das Häßliche im Menschen hervor. Das soll sie tun, sofern das in ihrer Gesetzlichkeit liegt. Ich bin aber schon ein bißchen weitergekrochen und habe mich freigebuddelt. 21. Januar nachts. Dies als Lebensäußerung. Tagsüber fühlte ich mich tot. Es war, als sei ich abgeschafft. Ich hätte weinen mögen, tat es leider nicht.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.