Sicher ist sicher

Der Spießer will immer und unter allen Umständen überleben. Er umzäunt sein Anwesen und stellt Kameras auf. Er möchte alles geregelt wissen. Kommt eine neue Regel von oben (von unten kommt ja nichts), möchte er sie sogleich verstehen. Er achtet auf die anderen – die sollen, was er befolgt, ebenfalls befolgen. Er hat keinen Mut, er hat nur Recht. Er kennt seine Rechte. Nimmt sich einer zuviel raus und wird dabei erwischt, freut sich der Spießer. Geschieht ihm recht, denkt er. Manchmal möchte er auch gern einmal über die Stränge schlagen und aus seiner Haut heraus. Bereits bei der Vorstellung wird ihm unbehaglich. Er spürt Neid, wenn andere sich freier und ungezwungener verhalten als er. Seine Sehnsucht heißt Freiheit. Er wird sich nicht zeigen, wenn es darauf ankommt. Konflikte sind ihm unangenehm, sofern sie sich nicht in Rechthaben und Richtigkeit auflösen lassen. Er trotzt, wenn die Obrigkeit Unmögliches verlangt. Er gibt ja schon viel. Geiz ist sein Metier. Sollen doch erstmal die anderen. Besser man weiß, wo man bleibt. Wo man bleibt, weiß man schon.


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