Wohin mit meinem Leben

Wohin mit meinem Leben, da es mir genommen werden kann. Wer wird es mir nehmen, letzten Endes? Gerate ich in einen Hinterhalt am Ende einer Straße. Kippe ich vom Stuhl und liege auf meinem alten Teppich zwischen Briefen und Rechnungen, während Flüssigkeit aus meinem Mund läuft. Zerschmettert es mich bei jenem Frontalzusammenstoß auf der A93, als der Fahrer nicht erkennen konnte, daß ein Geisterfahrer nahte. Wache ich eines Morgens nicht mehr auf und werde insofern nicht wissen, wann genau es geschah, daß ich nicht mehr bin. Stellen sie fest, es ist Krebs, xtes Stadium, ab sofort Schmerzmittel, es tut uns leid. Muß ich in einen Krieg und dort schießen und mich beschießen lassen, obwohl ich nun allmählich zu alt bin für so ’nen Scheiß. Knallt mich ein halbblinder Jäger ab, weil ich in aller Herrgottsfrüh am Waldrand entlang spaziere nach einer durchgemachten Nacht. Infiziert mich ein Gedankenloser während eines Gesprächs vor dem Spätkauf meines Vertrauens. Nehme ich Abschied in der Badewanne und schlitze mir die Gefäße auf. Springe ich vom Turm der Türme und lerne fliegen. Trifft mich der Hirnschlag und macht mich malle. Sterbe ich an Liebeskummer. Wir werden sehen – aber irgendwie muß ich gehen eines Tages. Nicht vor der Zeit – aber so beten alle. Wann ist denn die Zeit. Schweigen. Endlich ein solides Schweigen.


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