Da ich heftig bin und aus dem Stand jemandem ins Gesicht springen kann, geht meine Alltagsenergie zu nicht geringem Teil dafür drauf, mich zu beherrschen. Das habe ich gelernt, das kann ich gut. Stillsitzen kann ich immer noch nicht gut, vor allem dann nicht, wenn mich die Vorträge langweilen, der Film, die Vorführung, das Konzert, die Lesung, die Gespräche und meinetwegen das Meeting. Am liebsten bin ich zu Fuß unterwegs und erkunde irgendeine Gegend. Ich trinke gerne Kaffee, um aufgeputscht zu sein, oder Bier, um mich zu beruhigen. Das Leben tagsüber bringt mich auf die Palme, und später muß ich wieder herunterklettern und ins Bett. Ich habe mich dermaßen unter Kontrolle, daß ich mir jeden Abend eine Selbstbelobigung ausspreche oder schreien möchte. Wieder einen Tag geschafft, ohne durchzudrehen. Mich mäßigend gerät mir fast schon ein Leben wie das anderer auch. Aber was bedeutet es mir? Du solltest dazu mein Gesicht sehen. Ich bin hochgespannt und zerfahren, ein Anwärter auf den Affenthron. Wie können denn diese Leute derart bieder sein – ich verstehe es nicht. Die sind ja noch irrer als ich. Wann endlich beginnt das große Gelächter?
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