„Und? Was bringt mir das?“ – Ich habe diese Frage immer gehaßt. Wer alles auf den Eigennutz herunterbiegt, wird nicht weit kommen und einsam reich sterben. – Das zu verstehen bedarf nicht trostloser Selbstfindungsexzesse, vorausgesetzt, eine Grundlage ist gelegt. Diese Grundlage legt bei einem Kind das Elternhaus oder die Erfahrungswelt der ersten und prägenden Lebensjahre. Menschen sind Imitationslerner – so muß es Vorbilder geben und „Große“, an denen man Maß nehmen kann als kleiner und neuer Mensch. Daß ich die vorstehende Frage gehaßt habe, zeigt schon, daß ich aus einem idealistischen Elternhaus stamme. Mitten im Heranwachsen habe ich mir manchmal gewünscht, wir wären auch so eine Uns-das-meiste-Familie mit fetten Schlitten vor der Tür und einer Menge Kohle, Ferienhäusern im Süden und im Harz. Dann stünde unsere und vor allem meine Geltung gar nicht mehr zur Debatte. Ich wäre so ein kleiner Prinzensohn mit einer Menge Ansprüche und könnte die Wünsche meiner Freunde erfüllen, wenn ich nur will. Daß das ganz und gar nicht gut für mich wäre, wußte ich gleich darauf; niemand mußte es eigens erklären; ich hatte es auch niemandem gegenüber erwähnt; es war nur so ein Gedankenspiel, ein Spiel mit Möglichkeiten.
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