Weggeschnippt

Rauchen ist die einzige Entspannungstechnik des westlichen Menschen, behauptete einst jemand. Kiffen ist Rauchen mit THC. Entspannungstechnik, Selbsttherapie. Zur Ruhe kommen, runter kommen. Wovon? Woher? Welcher Art ist diese Anspannung – dieses Getrappel? Was reißt wen wohin? Warum ist Schnelligkeit ein gläubig angenommener Wert, warum ist Zeit in Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern der Uhr-Genauigkeit eine Religion? Wohin des Wegs, Fremder? Freund, was willst du dort, wo alle sich treffen und tönen? Getrappel und Getrippel der Karriereschuhe auf dem Pflaster vorm Foyer. An der Rezeption das Abchecken von Auftritt, Kleidung, Zugehörigkeit. Zuweisung des entsprechenden Personals. Die Gesellschaft ist diversifiziert in Relevanz-Clustern. Für wen sich niemand mehr interessiert – der ist frei. Fliegen wird erfunden, die schweren Autos sollen endlich hinauf in die Luftstraßen. Ich mag die Zukunft ohne Zugluft. Die Raucher würde ich unter Denkmalschutz stellen, sie dürfen nahezu alles. Diesem Druck muß man erst einmal standhalten. Erblicke ich eine alte Raucherin an einem Sommertisch draußen unter Bäumen oder aufgespannten Schirmen, stimmt mich das froh. Ich denke auch an Ernst Jünger und sein Buch Annäherungen. Drogen und Rausch. Ab dem Pensionsalter müsse man sich bezüglich der Drogen nur noch selbstauferlegte Grenzen setzen. Das war gegen das konservative Bürgertum gerichtet, das ihn als Autor beharrlich für sich reklamieren wollte. Das Drogenthema führt in eins der zahlreichen Herzen der Zivilisation.


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