Nach der neuerlichen Leküre des Daodejing (Tao Te-King) ist mir deutlich, daß ich noch bedürfnisloser leben möchte, eigentlich mit fast nichts. Ein Ofen wäre schön, eine stille Hütte im Wald, ein Schreibtisch, ein Stuhl, ein Bett, eine Wirklichkeit inner- und außerhalb der eigenen vier Wände, wenig Spektakel. Ich bin kein Freund von Thoreaus Walden, denn es ist ein in Teilen verlogenes Buch. Verlogen ist es deshalb, weil es demonstrieren möchte und pädagogisieren. Ich bin gegen beides. Sich still verhalten und wirken, das geht schon leichter (auch wenn es anfangs schwierig ist). Ja, eigentlich wollen wir brüllen und weinen und auf den Tisch trommeln. Dann erkennen wir (mit der Zeit), daß es nichts bewirkt oder eher das Gegenteil. Ein Erkenntnisgewinn.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.