Membran

Draußen ist wieder der Wind unterwegs, dieser ewige Wanderer. Fast möchte man ihm Einlaß gewähren, doch dann wirft er hier alles um. Er ist zu mächtig und muß dorthin, wohin es ihn zieht. Er sucht ja nicht Herberge, um sich mal auszuschlafen. In seinem Ungestüm gerät er ins Weite, ehe er sich erschöpft. An den Küsten wissen sie ihn zu fürchten, und als er eben die Flughafenstraße herunterfegte, hätte er mich fast zu Fall gebracht. Ich stand auf der Verkehrsinsel und geriet kurz ins Schwanken. Auch so läßt sich sterben. – Im magischen Teil meines Bewußtseins, das vom kritischen stets beäugt wird, steht dieser neuerliche Wind für das Ende des zweijährigen Ausnahmezustands. Mein Verstand, in ständiger Korrespondenz mit der anerkannten Vernunft, will darüber lachen, aber ganz genau weiß er es auch nicht. Wer kann schon was? Und ein Wind steht nicht!


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