Spiele lehren. Fühlt man sich wie der sicherer Sieger, sind Überheblichkeit und Nachlässigkeit nicht weit. Der Spielverlauf scheint sich den eigenen Erwartungen zu fügen, die Sache sieht wieder einmal gut aus, geradezu prächtig. Der Gegner zappelt noch ein bißchen, soll er zappeln. Gönnerhaft gerät man in die nächsten Züge, in freudiger Erwartung des Triumphs. Wärme breitet sich aus, wohlige Selbstverliebtheit. Nichts Schöneres auf Erden, als bestätigt zu werden. Man könnte blind spielen, es ist eine Berauschtheit zu spüren, die Leichtigkeit der haushohen Überlegenheit macht schwindlig. Kurz vor der endgültigen Selbstbewunderung spielt der Gegner plötzlich doch noch eine Rolle – wendet unerwartet das Spiel, in dem nichts mehr zu befürchten war, zu seinen Gunsten. Dafür gibt es ein Wort: Absturz. Man muß zuvor nicht mal ganz oben gesessen haben, es reicht, fast oben gesehen worden zu sein, und sei es durchs eigene Auge, begierig und partiell blind.
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