Während die Verrücktheiten sich auftürmten, dachte ich eine geraume Zeit daran, aufs Land zu fliehen. Dorthin, wo die Leute nicht ganz so unter Strom stehen wie in den Hochanspannungszonen. Das großstädtische Flirren und Sirren, sonst ein Ansporn für weiteres Tun, machte mich mit einem Mal, da ich anders dachte und fühlte, einsam und unwegsam. Vielleicht ist es an der Zeit, bald zu gehen. Was kann ich hier denn noch lernen. Ich habe die Stadt aufgefressen, nicht sie mich. Und bin nun schon so oft gelangweilt. Eine Wende brachte ein Spaziergang vor einer Woche. Da stand ich am Frauentag und aß eine Currywurst mit Pommes in der Kantstraße gleich neben dem Supermarkt, der immer geöffnet hat, und sah zu, wie die Autos fuhren und die Passanten passierten, und blickte auf zu dieser Architektur der Angeberei, und wußte zugleich, daß der alte Mann, der den Imbiß betreibt, einer der entspanntesten und glücklichsten Menschen in ganz Berlin sein muß. Romantische Täuschung. Dazu (zur Wende) gehört noch, daß ein sehr besorgter sympathischer mittelalter Mann im Karrierealter mit Corona-Schutzmaske im Freien sich ebenfalls herantraute, vorher Desinfektionsmittel aus der Jackentasche zog und auf seine Hände gab, eine Currywurst bestellte und sie, der Maske entledigt, auch aß. Nachdem sie verzehrt war, bestellte auch er ein Schultheiss. Ich sah nicht zu ihm hin, freute mich aber.
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