Tage im Jetzt

Es ist sonnig und warm, ein leiser Wind geht und bauscht die Vorhänge. Ich bin noch nicht im Hier und Jetzt, versuche es aber. Der Lüfter des Rechners ist zu hören, durchs Fenster dringen Vogelstimmen herein. Noch gibt es all das Leben, das wir lieben und verehren müßten. Dies schließt die Fliege ein, die zwischen Vorhang und Fensterscheibe lärmt. Als ich gestern im Zug fuhr und über das sommerliche Bukarest las, war mir leicht zumute. Als führe ich in ein Neues. (Dabei war von zerbröckelnder Pracht die Rede.) An der bekannten Station verließ ich den Zug und ging langsamer als sonst. Da standen die, die in entgegengesetzte Richtung wollten, also dorthin, woher ich kam. Sie trugen Gesichter, daß sie erkennbar seien. Im Fußgängertunnel unter den Gleisen rief der Obstverkäufer: „Spargel. Frischer Spargel. Zwei Kilo jetzt für sieben Euro. Frischer Spargel.“ Auf der Hauptstraße sah ich mir die Entgegenkommenden an und sagte mir: Das sind deine Zeitgenossen, mit ihnen teilst du eine unbekannte Größe und Menge an Erfahrung, Wissen, Lebensgefühl.


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