Keine Hymne, aber Nacht

Die Nächte sind zu schön zum Schlafen. Einer muß wachen, schrieb Franz Kafka. Doch ich denke nicht ans Wachen und Aufpassen. Eher an diese Gunst der Stille, die sich gewährt und der Aufdringlichkeit des Tages enthebt. Die Tage haben etwas Pöbelhaftes in ihrem Gewimmel und Begehren. Sie grapschen nahezu unaufhörlich. Man muß stark in ihnen sein, dann läßt sich das Fingern und Verlangen als berechtigtes Interesse bestehen. Jedem eine Sichtweise als Erkenntnisangebot. Als ich wandern war vor Jahren, sagte die Bäckerin: Tja, wer es sich leisten kann … Das war spitzlippig formuliert. Heute denke ich, daß sie auch gern einmal herausgekonnt hätte aus dem Karussell ihrer Pflichten und deren Wiederholung.


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