Verlust als Wert

Nichts, behaupte ich, wäre gewonnen, wenn dieser Sommer – oder einer seiner gewiß vielen Nachfolger – ewig währte. Einiges wäre zu gewinnen, wenn wir uns verneigten vor seiner Hoheit und dankbar erwiesen der Pracht und Schönheit seiner Gaben. Erntezeit naht, die solches zu fassen hat. Vor vielen Jahren erfuhr ich von einer Reisenden, daß die Menschen in Japan stolz seien auf ihre vier Jahreszeiten. Ein immerwährender Sommer ergäbe uns. Man kann das auffüllen mit Vorstellungen. Daß die bedürftige Melancholie sich der Zeit anhängt, wird ihr niemand verübeln. Ihr ist stets das Verlorene wertvoller als das Vorhandene. So zeichnet sie nachträglich aus.


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