Ist man kraftlos, saftlos, mutlos – geht fast nichts mehr. Mir geht es alle Tage so. Das ist schlimm. Doch ich rebelliere, ich rotiere in meinem Käfig, in dieser Box aus Watte, Pappe, Plastik. Ich reiße mir die Kabel aus dem Arm, den Ohren, dem Arsch und renne auf die leeren Straßen meines höheren Bewußtseins. Es kann nicht sein, deklamiere ich, daß wir in solchen Zuständen geistig retardieren und informationell implodieren, explodieren, invertieren – wer kennt sich da aus, wann qualmt die Rübe? Wie kann man das aushalten? Nicht einmal die Kirchen kann man noch betreten, selbst dort stößt man auf Meinung. Ich will keine Meinung, die habe ich selbst und mag sie allmählich loswerden. Ich suche nach Trost und nichtpolitischer Zuversicht und nach Weisheit, die mir niemals geboten sein soll von jemandem, der mich in sein Lager zu ziehen bemüht ist. Ich möchte nie wieder in ein Lager müssen, ich war dort nämlich schon.
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