Es wäre viel zu berichten über die in den sechziger Jahren Geborenen. Vielleicht mag ich ein weniges sagen. Ich dachte damals, mit uns würde die Welt besser. Ich mag spätestens achtzehn gewesen sein. Mit neunzehn war ich geheilt. Was mit mir erwachsen zu werden sich anschickte, strebte denselben Zielen zu wie die Vorgänger- und Aufsteigergenerationen. Sie wollten mit einem Mal erkennbar und nachdrücklich Karriere machen, reich werden, dazugehören. Schon spielten Tennisklub und Automarke eine Rolle, die „Politisierung“, Lieblingsvokabel der Achtundsechziger, war durch Abtauchen überstanden. Kein Neubeginn, eine Fortsetzung stand an. Weiter mit BWL, Medizin und Jura. In den siebziger Jahren scheint alles Pulver verschossen worden zu sein, die Achtziger ergaben ein Rollback des Konventionellen und vorgeblich Bewährten. Kohl-Witze gingen herum und erstarben. Ich vereinsamte innerhalb meiner Generation. Nichts weniger als das. Mir sind Generationen mittlerweile schnuppe. Dreißig Jahre Generationendebatte ermüden. Ich zähle auch gar nicht mehr mit. Nach den Generationen Y und Z scheint ja Schluß zu sein. Sprung von der Klippe in die Tiefe des Ungewissen. Wolken mögen tragen, wirken doch wie Watte. Nein, ich bin lebhaft dabei, nur nicht generationell. Das sind Inszenierungen und waren es zuvor bereits. Wie sagte mein Onkel auf einem Familientreffen: Wer selbst nichts ist, braucht einen Stammbaum. Streiche Stammbaum, setze Generation.
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