Hilf dir selbst

Der Tag ist da, die Sonne lacht. Ach dieses nächtliche Schreiben – warum muß es enden. Es könnte weiter und weiter gehen oder gleiten, eins kommt zum anderen, in langen Zügen hinaus auf den See. Mondlicht leuchtet fahl. Nightswimming. Der Sommer naht, vorher noch ein wenig Frühjahrsquälerei. Wir sind live dabei. Ist mir seit heute, als könnte man wieder leben. Brinkmanns Zorn belebt mich. Gestern schrieb ich in einem Brief, gäbe es Kinder und Jugendliche nicht, müßte man sich erschießen. Das wirkte ebenfalls kräftigend. Man schreibt sich die Qualen vom Leib. Politik zum Beispiel foltert meine Sinne. Die anderen sehen auch nicht gut aus. Nun macht mal Frieden, Strategen einer Weltordnung kleiner Hutgröße. Wie zäh blutet und stirbt es an den Fronten, dieses hin und her gerissene und verschandelte Leben als Mitglied (mitgefangen mitgehangen) einer jeweils richtigen oder falschen Gruppe. Wie kaltschnäuzig spult sich ab, was Machtwille oder taktisches Kalkül heißen mag. Geländegewinne und Grenzkorrekturen, Neuigkeiten aus dem Geschichtsunterricht. Was gibt es Schönes zu vermelden? Ich behandle meine Niedergeschlagenheit schriftlich.

Hilf dir selbst

Rettungsgasse freihalten

An Verbote glauben diejenigen, die sich selbst an welche halten würden, also diejenigen, die sich etwas verbieten lassen, selbst wenn es idiotisch ist, also diejenigen, die autoritär denken. Es wird doch gute Verbote geben, werden manche einrufen. Ja, mag sein. Betreten der Eisfläche verboten, Brinkmann zuhören, läuft auf Youtube. Man will hier nicht, man soll hier nicht leben. Man fürchtet sich. Bereits der Nachbar denkt anders, das muß dem Verbrechen nahe sein. Dann paßt mal schön aufeinander auf, ihr Aufpasser und Verbieter. Sicher könnt ihr das irgendwo melden, wo sie Leute wie euch willkommen heißen. Ich wiederhole mich: der Faschismus ist in Deutschland unverstanden.

Rettungsgasse freihalten

Bingbong

Verbote machen eine Sache scharf und halten sie attraktiv. Wenn die Kifferei demnächst legalisiert ist, werden nur noch alte und sieche Schafe kiffen und ein paar jüngere Neugierige aus der Schutzzone guter Erziehung daran eine eigene Drogenerfahrung nachholen, um sich zwei oder mehr Jahrzehnte danach derselben zu rühmen, als hätten auch sie etwas erlebt. Das war es dann. Der subversive Teil ist aufgebraucht, der Sumpf trockengelegt, die Alligatoren sind verschwunden. Nichts Neues unter der Sonne. Die Risiken liegen andernorts, dorthin zieht es diejenigen, die sich zu bewähren lernen gegen die Allmacht des Vernünftigen und deren ernüchternde Gesetze.

Bingbong