Bananen

Es war Mitte Februar, es war abends, ich war einkaufen. Nicht alles paßte in den Rucksack, und so trug ich das Bund Bananen in der Hand, die lange Straße entlang bis nach Hause. Sie müssen frisch und gelb geleuchtet haben im Schaufensterlicht, im Licht der Straßenlaternen und der Neonreklame. Jedenfalls sahen alle, die mir entgegenkamen, auf die Bananen in meiner Hand, und ich dachte schon: Vielleicht herrscht Bananenknappheit. Hatten die Menschen denn so lange keine Bananen mehr gesehen, daß sie derart darauf starrten? Endlich gewöhnte ich mich an die Blicke und lief immer weiter und kam ja auch unbeschadet zuhause an.

Bananen

Der schöne Tag

Der Tag wie ein Geschenk, wem danken? Ein Tag zum Götterküssen, notierte ich vorhin, da war es Tag, da war es Mittag, ich saß an einem See und trank ein Rotkehlchen, aß eine Bratwurst und lauschte den Stimmen der Menschen und der Tiere und schrieb sogar ins Tagebuch. Zum Göttinnenküssen, ganz recht. Rotkehlchen heißt ein Bier aus der Bürgerbräu-Brauerei in Friedrichshagen, mittlerweile wird es woanders gebraut, alles wird woanders hergestellt, heißt aber noch so, nimmt die Treue mit, das ist erwünscht und bedient die Sentimentalität. Bei wem beschweren? Ich beschwere mich nicht, ich gehe wandern. Schön sind die Seen rund um Berlin und zahlreich. Man kann hier das Staunen lernen.

Der schöne Tag

Dem März zugeeignet

Früh erwacht. Dämmerungslicht. Milchkaffee. Bereits März. Jetzt beginnen die grausamen Tage. Gestern auf den Straßen der kalte Nordwind. Ein Frösteln, das bis ins Herz dringt, der Sonne geradewegs zum Trotz. Das Schmirgeln an der Haut hat begonnen. Als schwitzte ich Blutperlen. Jetzt schmerzen alle Blicke. Wir stehen wie nackt im harten Licht des Neuanfangs. Die Häuser halten uns nicht mehr.

Dem März zugeeignet

Was ich nicht weiß

Da es Nacht ist, frage ich mich, wen ich hier bei mir haben wollen würde, dürfte ich mir solches wünschen. Die Antwort, nach einigem Zögern, überrascht mich kaum. Niemanden, denn alle, die ich wünschen könnte, sind hier. Das Körperliche darf weder über- noch unterschätzt werden. Daß wir einen Körper haben, nein: Körper sind, bedeutet nicht, daß sich damit unsere Energien erschöpft hätten. Darüber läßt sich meditieren. Manchen bin ich näher, wenn sie physisch nicht nahe sind. Auch das gibt zu denken. Meine Hoffnung richtet sich meistenteils auf das, was wir nicht wissen können und vielleicht niemals wissen sollten. Menschen sind so schnell in der Lage, alles kaputtzumachen. Deshalb sind Wissen und Können derart heikle Geschäfte.

Was ich nicht weiß

Schlagsahne

Ein wenig unheimlich ist es schon. Ich lief heute eine Straße entlang und dachte, ich sei nun an jenem Punkt angekommen, da ich mir nicht mehr mißfalle. Doch der Gedanke war nicht negativ gefaßt, sondern leuchtete und wies ins Helle, ins Leichte und Befreiende. Die Äußerung soll nicht besagen, daß ich mir grundsätzlich mißfalle oder mißfallen hätte, bis jetzt gewissermaßen, sie soll vielleicht klein genommen werden, da sie sich groß anfühlte und wichtig. Was geht das andere an, mag man fragen. Es geht sie insofern etwas an, als poetisches Sprechen, und tarne es sich noch so pamphletistisch, eines für alle und keinen ist, in diesem Fall vielleicht für alle. (Mit Nietzsche muß ich meine Scherze treiben, er fordert das heraus.) Man gerät eines Tages aus der Selbstbedrängnis heraus. Die Straße war keine Straße, sondern eine U-Bahnstation, aus der ich die Treppen hochstieg dem schwarzen Himmel entgegen. Ich ging weiter zu Aldi.

Schlagsahne

Anbürgern, abbürgern, ausbürgern

An unserer Haustür steht, ich solle die CDU verhindern. Aber ich kann das nicht schaffen. Sollte ich es wollen, müßte ich gar? Lohnen die Fragezeichen? Ich bin kaum bürgerlich, strebe solches fürderhin nicht an. Was also gehen mich die Bürgerlichen an? Mit ein bißchen Geld wäre es doch getan, dann finden die sich schon zurecht. Sie hocken in allen Parteien und Richtungen und Gremien und hoffen das Beste für Heim, Besitz und Familie, kleiden ihre Begründungen unterschiedlich ein. Das darf man verlangen, sie können ja schlecht die Wahrheit sagen. Sie sollten das unter sich ausmachen, ich habe wenig beizutragen, könnte bestenfalls als Vermittler dienen. Das immerhin kann ich leisten. Reine Geldfrage.

Anbürgern, abbürgern, ausbürgern